Haspengouw

Belgiens bunter Obstgarten

Der Haspengouw oder: So ähnlich muss das Paradies aussehen 

Die Schönheiten und Reize des Haspengouws werden nicht alle auf dem Silbertablett präsentiert. Genau hinschauen, sich diesen welligen Landstrich regelrecht erobern, am besten über die zahlreichen und durch ein tolles Kontenpunktsystem ausgeschilderten Radwege, das ist es – und man wird reich belohnt. Zwischen Äckern, Wäldern und Weiden locken erquickende Pausen und Picknicks im ­Grünen, man erreicht zahllose kleine Dörfer mit ­historischen Ortskernen, mächtige Gutshöfe und ­romantische Schlösser, die einst von Prinzen, ­Herzögen oder Rittern erbaut wurden.

In Bilzen ist es die Landcommanderij Alden Biesen, deren weitläufige Anlage Flaneure ebenso begeistert wie geschichtlich Interessierte. Hier finden viele Arten von Veranstaltungen Platz, im urigen Café werden regionale Leckereien angeboten. Ganz andere Entdeckungen kann man auf dem berühmten Trödelmarkt von Tongeren machen. 

In den zahlreichen Lokalen und auf den Terrassen genießen Besucher das flämische Laissez Faire, während andere neugierig über die Trottoirs und Plätze schlendern, wo immer wieder sonntags Kunst auf Krempel trifft und die noblen Antikgeschäfte Nostalgie verströmen. Ein Muss im Zentrum Tongerens sind die gotische Basilika mit den phänomenalen ­Picard-Orgeln und Ausgrabungsstätten sowie der berühmte Beginenhof (Unesco Welterbe). Geschichte pur erlebt man auf der Ambiorix-Route und im Gallo-Römischen Museum. Einzigartige archäologische Objekte in faszinierender Präsentation und Multimedia-­Installationen entführen den Besucher in die Vorgeschichte und in die Zeit der Gallier und Römer. Oud Rekem, nahe Tongeren, gilt als eines der schönsten Dörfer Flanderns. Prunkstück ist das Schloss Aspremont-Lynden. 

Der zweitgrößte Marktplatz …

Im Haspengouw sind die Landschaften enorm und die Städte klein und fein wie das schicke Sint-Truiden: Dieses Zentrum des Obstanbaus, auch die „Stadt der Kirchen“ genannt, empfängt seine Besucher mit dem zweitgrößten Marktplatz Belgiens. Wie eine Garde stehen die Patrizierhäuser aus dem ­18. und 19. Jahrhundert Spalier. Sie beherbergen viele einladende Cafés und Restaurants. Die Türme der ehemaligen Abtei, des Stadthuis‘ und der Onze-Lieve-Vrouwekerk überragen erhaben diese Bühne der Lebensfreude. Der Sint-Agnesbeginenhof wurde 1258 erbaut und zählt zum Unesco-Weltkulturerbe. „De Festraetsstudio“ liegt neben der Kirche. Es bewahrt das Lebenswerk des Glockenbauers Kamiel Festraets – die größte astronomische Uhr weltweit mit 6,16 Metern Höhe. 

In der Umgebung von Sint-Truiden kann man prima wandern, etwa nach Gingelom und Borlo (Karten sind bei Toerisme Limburg erhältlich). Für eine Rast empfiehlt sich die Brouwerij van Kerkom in Kerkom. Hier wird das leckere Bink Bier in verschiedenen Sorten gebraut und auch ausgeschenkt. Ein sehr schönes Wandergebiet ist Cicindria bei Straeten und Bevingen. Auch die Regionen Groot Gelmen, Mettekoven und Borgloon laden in ihre Landschaften ein. Borgloon mit seinem Kanunnikenhuis (1670) im maasländischen Stil und dem prächtigen Stadthuis (1680) ist ein reizendes Wanderziel. In der Nähe schmiegt sich Kasteel van Rullingen in ein Naturbett. Heute ist es ein renommiertes Hotel-Restaurant mit großem Park für Spaziergänger.

..und das einzige Weinschloss Belgiens

Château Genoels Elderen steht an der alten Römerstraße zwischen Tongern und Maastricht in der Gemeinde Riemst. Es heißt Gäste und Weinfreunde in seinen historischen Gemäuern und gepflegten Parks willkommen. Ein herrliches Ausflugsziel – genauso wie das märchenhaft anmutende Château de la Motte in Groot Gelmen und Schloss Hex, dessen Rosengärten zweimal im Jahr an den Blumenfesttagen tausenden Besuchern imponieren.

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