Hoge Kempen

Die Heide ruft

Stille Kiefernwälder, sandige Heidelandschaften und viele kleine Seen prägen die limburgische Landschaft im Nationalpark Hoge Kempen und in der Region um Genk und Hasselt.

Unsere Radtour durch den nördlichen Teil von Belgisch-Limburg startet an der Zuid-Willemvaart in Maasmechelen, ein stiller alter Kanal, auf dem kaum noch Frachtschiffe, aber viele private Motorjachten dahintuckern. Vorbei am mächtigen Hauptgebäude und an den Fördertürmen der Zeche von Maasmechelen-Eisden rollen wir hinaus ins Gelände, das sich sehr abwechslungsreich zeigt: Kiefernwäldchen, Birkenhaine, sandige Heideauen, Grasflächen und vor allem immer wieder Teiche, Tümpel, kleine Seen und Moorgebiete tauchen längs der Wege auf – das bleibt so bis zum Ende der Tour.

Traumhafte Radwege

Wir sind im Nationalpark Hoge Kempen, der erste seiner Art in Flandern. Mehr als 5.000 Hektar Wald und Heide werden hier beschützt. Neben der ­Trockenheide mit Dünen und dem Hochmoor mit Torfheide und Moorland besteht der Nationalpark großenteils aus Nadelwäldern. Diese wurden einst angelegt, um den Stützholzbedarf der Steinkohleminen zu decken. Die Radwege durch den Park und auch durch die westlich davon gelegene Region, denen wir nun in Richtung As und dann Richtung Genk folgen, sind traumhaft. Fast immer abseits der Verkehrsstraßen bieten sie, meist asphaltiert, mal als Waldweg, mal kilometerweit geradeaus, dann wieder in zahlreichen Kurven verlaufend, ein Velo-Erlebnis erster Güte – wobei nur ganz wenige und dann leicht zu erklimmende Steigungen auf der Route liegen.

Bald kommt das Europlanetarium Genk in Sicht, das gleichzeitig als eines der Tore zum Nationalpark fungiert. Eröffnet 1990, hat man hier eine bereits bestehende Sternwarte weiter entwickelt. Mittels aufwändiger Multimedia-Technik können Besucher auf unterhaltsame Weise spannende Fakten über die Himmelskörper und den Kosmos lernen, angeschlossen sind ein Sonnenuhrenpark, ein Planetenpfad, ein geologischer Park und eine Minigolfanlage.  

Open Air Museum in Bokrijk

Die Route führt nun in Richtung Zonhoven, wobei das Fahren auf dem kilometerlang schnurgerade verlaufenden ehemaligen Bahndamm einen prächtigen Blick über die umliegende Landschaft erlaubt. Dann ist Bokrijk erreicht. Während sich die Erwachsenen in der Brasserie Het Koetshuis neben dem Kasteel eine Verschnaufpause gönnen, können sich die Kinder auf dem riesigen Spielgelände gleich nebenan vergnügen. Der Spielplatz ist einer der größten des Landes (Eintritt kostenlos). Sportlich ambitionierte dürfen sich im Bokrijk Adventure-Park austoben. Im Freilichtmuseum der Domäne lassen über 100 ­historische Gebäude, authentisch restauriert und möbliert, den Besuch zu einer überraschenden Reise in die Zeit unserer Vorfahren werden.

Hasselt mit reizvoller Umgebung

Startet man die Tour in der Genever, Mode- und Einkaufsstadt Hasselt, fährt man vielleicht zunächst die historische Abtei Herkenrode an, deren Gründung auf das Jahr 1182 zurückgeht und die ihre Blütezeit im 16. Jahrhundert erlebte. Seit einiger Zeit ist hier ein ambitioniertes Restaurationsvorhaben im Gange. Zur Anlage gehören ein großer Kräutergarten und ein provisorisches Besucherzentrum.

Auf der Nordseite des Albertkanals liegt schon bald die nächste Attraktion: „De Wijers“, ein 700 Hektar großes Gelände mit der stattlichen Anzahl von 1.175 Teichen und Weihern. Hier sind zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten beheimatet, erschlossen ist das idyllische Wasserland durch ein Netz von Wander- und Radwegen. In der nahen Ortschaft Bolderberg laden zahlreiche Restaurants, Tavernen und Cafés zur Einkehr. 

Weitere sehenswerte Plätze in diesem Teil Belgisch-Limburgs sind das Naturreservat Tenhaagdoornheide bei Houthalen-Helchteren und die Halden und Zechengebäude aus der Bergbauära, die sich etwa in Genk, Heusden Zolder und Beringen bestaunen lassen. Übrigens: Nicht nur Radfahrer finden ein perfekt ausgeschildertes Knotenpunktnetz vor, auch für Wanderer ist das gesamte Gebiet perfekt erschlossen.

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