Indeland und Rur

Natur von Menschenhand

Wo die Landschaft fast komplett vom Menschen gestaltet ist – das Indeland zwischen Niederzier, Jülich, Aldenhoven und Langerwehe.

Das Indeland, das sind endlose Felder, ruhiges flaches Land, viel Wasser und der Braunkohletagebau Inden. Dieser dominiert die zwischen Jülich, Aldenhoven und Langerwehe den Unterlauf der Inde umgebende Landschaft. Wohl kaum eine Gegend in der Euregio wird aktuell so deutlich vom Wechselspiel zwischen Natur und industrieller Nutzung geprägt. Bestes Beispiel dafür ist der neue Lauf der Inde: Dem Bergbau im Wege, wurde das Flüsschen umgeleitet. In dem neuen, von Menschenhand angelegten Flussbett mäandert heute eine Inde, in deren Tal sich längst wieder eine natürliche Fauna und Flora entwickelt. 

Unterwegs am Ufer der Rur

Unsere kleine Rundreise durch das Indeland beginnt in Düren. Die Rur hat hier ihre wildesten Passagen bereits hinter sich und fließt, das Indeland gen Osten begrenzend, ruhig in Richtung Jülich dahin. An ihren idyllischen Ufern können wir auf dem RurUferRadweg genüsslich dahinradeln oder wandern. Unterwegs begegnen wir Biberbauten, genießen den Blick auf Kolonien von Flussorchideen und beobachten grasende Pferde, die in großer Zahl auf den angrenzenden Wiesen zu Hause sind.

Einige Kilometer weiter nördlich führt uns der RurUferRadweg direkt hinein in die Herzogstadt Jülich. Hier stoßen wir auf imposante geschichtliche Relikte: Die Zitadelle war einst die modernste Festung Europas und beherbergt heute ein Museum zur Geschichte des Jülicher Landes. Sie wurde unter Napoleon um den Brückenkopf erweitert. Heute ist das Bauwerk das Herzstück des Brückenkopfparks. Hier finden wir gepflegte Gartenanlagen, Spiel- und Aktionsflächen für jedes Alter und den bekannten Zoo vor. 

Wasserspaß am Blausteinsee

Östlich von Jülich erblicken wir die imposante und weithin sichtbare Sophienhöhe. Die Abraumhalde des Tagebaus Hambach hat sich inzwischen zu einem attraktiven Naherholungsgebiet entwickelt, das Wanderer und Mountainbiker genauso anzieht wie Paraglider. Unsere Tour führt jetzt in Richtung Aldenhoven. Wir bewegen uns am Rande des Tagebaus Inden entlang, bestaunen an manchen Stellen die Ausmaße und die Geschäftigkeit in dem großen Loch und ebenso die Idylle im neuen Flussbett der Inde. Über endlos erscheinende Felder erreichen wir den Blausteinsee. Das Gebiet um den ehemaligen Tagebau Zukunft West ist Naherholung pur: Inline-skating und Fahrradtouren, Jogging und Wandern sind hier ebenso möglich wie Segeln, Surfen und Tauchen. Auch ein Imbiss hat Platz am Strand gefunden.

Geisterdorf Pier

Am neuen Lauf der Inde entlang geht es nach Inden, wo sich hoch über dem Tagebau auf der Goltsteinkuppe der Indemann erhebt. Der 36 Meter hohe Aussichtsturm in Gestalt eines stilisierten Arbeiters ermöglicht einen großartigen Rundblick über den laufenden Tagebau, die Jülicher Börde und die Nordeifel. Wenige Kilometer weiter nördlich liegt die Ortschaft Pier. Sie ist die letzte, die dem Tagebau Inden weichen muss und deren Bewohner umgesiedelt werden. Heute ist Pier bereits ein Geisterdorf, geprägt von einer eigenartig morbiden Stille, die durch die allgegenwärtigen heruntergelassenen Rollvorhänge der verlassenen Häuser verstärkt wird.

Wir wenden uns gen Langerwehe und erreichen den Lucherberger See. Das Kühlwasserreservoir des Kraftwerks Weisweiler bietet an seinem gesamten Nord-Ost-Ufer Möglichkeiten, einige Stunden in der Sonne zu verweilen und dabei den Seglern und Surfern auf dem See zuzusehen – oder selbst aktiv zu werden. 

Die Runde durch das Indeland neigt sich in Langerwehe dem Ende zu. Ein viel frequentierter Anlaufpunkt ist hier das Töpfereimuseum, wo Besucher alles über die wechselnden Techniken und Moden des Töpferns erfahren. Gäste aller Altersgruppen haben hier die Möglichkeit, Grundlagen des Handwerks zu erlernen und die eigene Kreativität zu entfalten. Am ersten Adventswochenende findet hier alljährlich ein großer Töpfermarkt statt.

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