Wurmtal

Industrie war gestern

Die Wurm floss früher durch ein Bergbaugebiet – heute mäandert sie durch eine reizvolle Landschaft mit vielen Erholungsmöglichkeiten. Entdeckungen im Wurmtal.

Ein grünes Naherholungsgebiet in einer dicht besiedelten und industriell geprägten Landschaft – geht das? Das geht – zum Beispiel im Wurmtal zwischen Aachen und dem Heinsberger Land. Über viele Jahrzehnte war die Wurm zur Kloake umfunktioniert, hoch belastet von den Abwässern der Stadt Aachen und von denen der Steinkohlenbergwerke, die auch nach ihrer Stilllegung zum unverwechselbaren Charakter dieser Flusslandschaft beitragen. Heute stellt sich die Situation ganz anders dar: Das Wasser der Wurm ist längst wieder durchsichtig und zur Heimat verschiedener Fischarten geworden, das gesamte Gebiet ist von Rad- und Wanderwegen erschlossen, die anliegenden Gemeinden haben viel unternommen, um Gästen und Ausflüglern einen entspannten und spannenden Aufenthalt zu bieten. 

Starten wir im Norden von Aachen, wo sich die Wurm durch die Soers und durch das Paulinenwäldchen in Richtung Würselen schlängelt – ein idyllisches Flusstal, das hier von attraktiven Wanderwegen begleitet wird. Westlich liegt der Pferdelandpark, der mit seinem „Weißen Weg“ die Landschaft an der deutsch-niederländischen Grenze erschließt. Vorbei an der historischen, bis 1905 in Betrieb befindlichen Adamsmühle geht es zum Teuterhof, ein früheres Landgut unterhalb von Würselen, das heute mit seiner Gaststätte zur Einkehr einlädt. 

Klöster, Burgen, Mühlen

Mit einem ganzen Ensemble historischer Baudenkmäler warten dann wenige Kilometer weiter flussabwärts die eng miteinander verbundenen Städte Herzogenrath und Kerkrade (NL) auf. Burg Rode ist das Wahrzeichen von Herzogenrath, hoch über dem Stadtkern thront die 1104 erstmals erwähnte Anlage auf einem Felsen. In der Burg und im angrenzenden Garten finden regelmäßig Kulturevents statt, von April bis Oktober ist das Café geöffnet. Ganz in der Nähe, auf niederländischer Seite, liegt die im 12. Jahrhundert gegründete Abtei Rolduc – heute ein modernes Kongress- und Veranstaltungszentrum, das von Gärten, Teichen und Wanderwegen umgeben ist. Besonders sehenswert sind die Abteikirche, die Krypta, die Rokoko-Bibliothek, der Bischofssaal und das Haus des Abts, die unter sachkundiger Führung besichtigt werden können. Bereits im Jahre 1146 wurde in Rolduc Abteibier gebraut, das nur hier im Kloster erhältlich ist. Die Baalsbrugger Mühle, etwas weiter wurmabwärts gelegen, bildet gemeinsam mit der Burg Rode und der Abtei Rolduc ein „historisches Dreieck“: Der Herzog, dessen Sitz Burg Rode war, genehmigte den Augustiner-Chorherren die Gründung des Klosters Rolduc. Die Mönche erbauten ihrerseits die Mühle am nahe gelegenen Fluss. 

Nördlich von Herzogenrath mäandert die Wurm in aller Ruhe durch die Auenlandschaft von „Wormwildnis“, die unter besonderem Naturschutz steht; Biber, Nachtigall und Eisvogel gehören zu den Bewohnern dieses Abschnittes. Bald kommt das Wasserschloss Rimburg in Sicht, eine aus dem 12. Jahrhundert stammende mächtige befestigte Anlage, die ebenso wie die zugehörigen Mühlen und der Gutshof nur von den Wander- und Radwegen aus besichtigt werden können. Rimburg selbst ist ein sehenswertes historisches Dörflein mit einigen hübschen Cafés, gelegen an der ehemaligen Römerstraße „Via Belgica“. 

Radeln, wandern, entspannen

Dann ist Übach-Palenberg erreicht und damit das noch junge Naherholungsgebiet, das am Ufer der Wurm zum Ende der 1980er Jahre eingerichtet wurde. Teiche und Feuchtbiotope prägen das Bild sowie verschiedene Freizeiteinrichtungen, darunter eine Grillhütte, eine Minigolfanlage, eine Tretbootvermietung, ein großer Spielplatz sowie ein Café für Radler und Wanderer. Am südlichen Ende des Gebietes befindet sich seit 1992 ein römisches Badehaus, das auf Grund historischer Funde dort rekonstruiert wurde. Nur wenige hundert Meter weiter fließt die hier weitgehend begradigte Wurm am repräsentativen Schloss Zweibrüggen vorbei; 1788 im klassizistischen Baustil errichtet, befindet es sich heute im Besitz der Stadt Übach Palenberg und dient für Kulturveranstaltungen und festliche Events wie Hochzeiten und Empfänge.

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