10.11.2014 17:50 Kategorie: News

Fünf Jahre INTERREG-Projekt M3

 

Vor etwas mehr als fünf Jahren, im Juni 2009, startete das INTERREG-Projekt „M3 – Mobilität ohne Grenzen in der Euregio Maas-Rhein“ mit dem Ziel, Grenzhindernisse abzubauen und die grenzüberschreitende Mobilität im Dreiländereck zu verbessern, um so das Zusammenwachsen der Regionen zu unterstützen. Zum Ende dieses Jahres läuft das INTERRREG-IVA-Projekt aus, weshalb die verschiedenen Projektpartner heute im Bahnhof Herzogenrath Resümee gezogen haben.

In den letzten Jahren wurde an zusätzlichen grenzüberschreitende Schienen- und Busverbindungen gearbeitet, neue  euregionale Tarife eingeführt sowie die Fahrgastinformation verbessert, um Bus und Bahn als klimafreundliche Verkehrsmittel zu stärken.

Gut ausgebaute grenzüberschreitende Verbindungen werden nur dann angenommen, wenn die Tarife verständlich und transparent sind. Zudem müssen Tickets für Bus und Bahn einfach und bequem erhältlich sein. Im Rahmen des INTERREG-Projekts konnten zahlreichen Verbesserungen umgesetzt werden.

Für Fahrgäste im Busverkehr zwischen Aachen und Ostbelgien hat sich mit der Einführung des region3tarifs im Herbst 2011 vieles vereinfacht. Seitdem ist es möglich, zwischen dem Stadtgebiet Aachen und grenznahen Regionen Belgiens mit nur einem Ticket zu fahren. Fahrten nach Belgien sind seit Mai 2012 einfacher, denn die Tickets des belgischen Bahntarifes gelten seitdem bereits ab/bis Aachen und Maastricht. Die Ausdehnung des belgischen Bahntarifs macht grenzüberschreitende Fahrten attraktiver, denn nun sind bereits ab Aachen und Maastricht Tickets für Fahrten zu allen Zielen in Belgien lösbar.

Anfang des Jahres wurde schließlich der Geltungsbereich des euregiotickets ausgedehnt. Das günstige Tages-Ticket für die Euregio Maas-Rhein gilt jetzt auch bei Fahrten mit dem Zug von Heerlen und Maastricht über Sittard bis Roermond.

Die Provinz Limburg und der Aachener Verkehrsverbund haben sich gemeinsam das Ziel gesetzt, die grenzüberschreitende ÖPNV-Tarifierung zu vereinfachen und mit der Unterstützung der Verkehrsunternehmen Konzepte für die grenzüberschreitende Nutzung des niederländischen bzw. des deutschen elektronischen ÖPNV-Ticketingstandards zu entwickeln. Mittelfristig sollen beispielsweise auf der Linie 44 von Aachen nach Heerlen niederländische und deutsche Chipkarten zum Einsatz kommen.

Bauarbeiten im Bahnhof Herzogenrath

Im Bahnhof Herzogenrath sollen in Kürze umfangreiche Bauarbeiten im Gleisvorfeld beginnen. Schrittweise wird der Bahnhof Herzogenrath durch DB Netz in den kommenden Jahren ausgebaut. Um den Abzweig in Richtung Niederlande zu ertüchtigen, wird eine zusätzliche Weichenstraße im nördlichen Gleisfeld des Bahnhofs Herzogenrath eingebaut. Bis 2017/2018 wird dann durch bauliche Maßnahmen die Einfahrgeschwindigkeit in den Bahnhof für Züge aus Richtung Niederlande erhöht und zu guter Letzt auch der Streckenabschnitt bis zur niederländischen Grenze elektrifiziert. Im Einklang mit der Maßnahme auf deutscher Seite laufen auch auf niederländischer Seite die Bauvorbereitungen zur Elektrifizierung der Strecke zwischen Landgraaf und der deutschen Grenze.

Bessere Verbindungen zwischen AVV und der Provinz Limburg

Die niederländische Provinz Limburg schreibt das regionale öffentliche Nahverkehrsnetz aus. Hintergrund ist, dass der laufende Verkehrsvertrag mit Veolia Limburg zum internationalen Fahrplanwechsel im Dezember 2016 endet. Der Zweckverband Nahverkehr Rheinland und die Partner im Aachener Verkehrsverbund streben gemeinsam mit der Provinz Limburg deutliche Verbesserungen der grenzüberschreitenden SPNV- und Busverbindungen an. Im SPNV befindet sich beispielsweise eine direkte Verbindung zwischen Maastricht und Aachen mit Halten in Herzogenrath, Aachen West und am Hauptbahnhof Aachen in der Planung. Im grenzüberschreitenden Busverkehr soll zusätzlich zu den bestehenden Linien gemeinsam an neuen Direktverbindungen zwischen Sittard und Geilenkirchen sowie Heinsberg und Roermond gearbeitet werden.

Neue „Sneltram“ zwischen Maastricht und Hasselt

Die Bahnverbindung zwischen Hasselt und Maastricht soll besser werden. Im Rahmen des Spartacus-Projektes wurde diese Strecke daher für den Neubau einer schnellen Straßenbahnlinie vorgeschlagen. Bereits im Jahr 2011 haben der flämische und der niederländische Verkehrsminister eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Sowohl in den Niederlanden als auch in Belgien wird der erste Spatenstich für das rund 216 Millionen Euro teure Projekt nun 2015 Jahr erfolgen. Die Fertigstellung der neuen 35 km langen „Sneltram“-Strecke, die weitestgehend über ein gesondertes Gleis führt, ist für 2018 geplant.

Die Fahrtzeit von Hasselt nach Maastricht beträgt mit dem Bus 61 Minuten. Durch die schnelle Straßenbahnverbindung wird sie sich auf 38 Minuten verringern. Mit vier Stationen in Hasselt und drei in Maastricht gibt es entlang der Strecke insgesamt 13 Haltestellen. Die Tram wird in den Innenstädten wie altbekannte Straßenbahnen fahren, außerhalb der Stadt jedoch eine Geschwindigkeit von bis zu 100 km/h aufnehmen. Vorteilhaft ist, dass die Gleise zur alleinigen Nutzung vorgesehen sind. Verspätungen durch Parallelverkehr können daher nicht auftreten.

Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs für die rund 3,5 Millionen Reisenden auf der Strecke attraktiver wird und die Innenstädte dadurch deutlich vom Verkehr entlastet werden.

© all rights reserved – mobility-euregio.com 2011

LinksImpressumSitemap